Irgendwo muß unsere Ausbeute hin. Man kann sie in den Kleiderschrank legen, an Freunde verschenken, ins Küchenregal stellen, oder einfach auf's Sofa setzen. Je nachdem, was genau Ziel unserer Sammeljagd ist. Leicht haben es die Fans von Fingerhüten. Die kann man horten? Ja, man kann. Es gibt wundervolle Exemplare, wenn man ihre wahre Schönheit zu schätzen weiß. Aus verschiedenen Metallen, Holz, Glas, Halbedelsteinen, Porzellan (sogar von Meißen)und so ziemlich allem, was man sich denken an. Es muß nur ein kleiner Setzkasten her und schwupps, ist schon alles untergebracht...
Das andere Extrem betrifft Oldtimer, Flugzeuge, Panzer, Traktoren usw. Dafür braucht es schon ganze Hallen und Freigelände. Wie gut hat es da doch der Sammler von antikem Spielzeug. Er kann mit seinen Errungenschaften leben und sein Heim damit ausstatten! Alle kennen wir jemanden, der in Stofftieren auf der Sofarücklehne oder im Bett schier ertrinkt. Jedem Tierchen sein Pläsierchen... Und wenn es sich um den üblichen Billigplunder handelt, ist es auch kein Problem, dann können Sonne, Staub oder die Heizung keinen größeren Schaden anrichten. Für 1,99 Euro bekomme ich im Textildiscount leicht Ersatz.

Kinder spielen mit ihren Sachen. Wofür sie vorgesehen sind. Ja, auch die Steifftiere. Der Spaß hört nur auf, wenn das Objekt ein gewissen Alter hat und empfindlich ist, oder wenn man viel Geld hinblättern mußte, um es zu bekommen. Haustiere, die das weiche Mohairfell als Liegeplatz durchaus zu schätzen wissen, sind auch nicht gerade geeignete Gefährten. Und, dass selbst der hochwertigste Stoff nach einer gewissen Zeit mit Zigarettenqualm aufgibt, läßt sich auch denken. Was also tun? Kinder auswärts einquartieren, Haustiere abschaffen, die Zigaretten in den Mülleimer werfen? Das stände wohl in keinem Verhältnis...

Also muß eine Lösung her. Sie soll Schutz vor äußeren Einflüssen bieten, aber sehen möchten wir unsere Sammlung schon auch! Das ist wie mit den Büchern, die man einfach so im Regal stapeln und verstauben lassen kann ( schließlich sind sie Gebrauchsobjekte), oder man stellt sie in einen verglasten Bücherschrank. Was manche Zeitgenossen davon abhält, mit ihnen zu tun, wofür sie gedacht sind... Mit unseren Steiffs, Bären, Kaufläden etc. ist es nicht anders. Auch kommt es auf die Anzahl an. Für ein Tier brauche ich keine Vitrine. Für fünf auch nicht. Aber wie sieht es mit fünfzehn aus? Und dann sieht man auch zufällig gerade so ein Teil auf dem Flohmarkt. Nicht zu teuer und so handlich, dass man es selbst (oder der Göttergatte, falls vorhanden und willig) im Triumphzug nach Hause schleppen kann! Nun noch an die Wand mit dem Teil, nach gründlicher Reinigung natürlich und hinein mit unseren Hörnchen, Bibern, Schildkröten und Rehen! Sieht klasse aus, eine richtige Bereicherung, jetzt hat man alles zusammen. Und ein paar neue Eroberungen passen auch noch hinein, nun, da man Platz hat! So geschieht, was kommen muss: eine zweite Vitrine muß unbedingt her. Oder besser gleich eine größere. Die passt auch optisch viel besser ins Wohnzimmer. Und damit der Partner etwas versöhnt wird, darf er ganz unten seine Miniaturautos von Schuco hineinstellen...

Manche Sammlungen haben den Hang, sich auf unerklärliche Weise praktisch ganz von selbst wie ein Pilz auszubreiten ( man kann auch Schuhe sammeln!). Wie günstig, wenn man über ein Haus, oder eine größere Wohnung (vielleicht sogar mit hellem, trockenem Keller) verfügt. Dann kann man so lange hin und her räumen, bis man es endlich besitzt: das eigene Hobbyzimmer! Hinter die Tür kommt als Alibi das Bügelbrett, also ist es eigentlich fast ein Hauswirtschaftsraum! Nun bieten sich ganz neue Möglichkeiten. Die Tierchen müssen nicht mehr stumpf und eingequetscht hinter Glas sitzen, nein, wir können jetzt ganze Szenerien aufbauen. Für die man irgendwo einen Gründerzeit - Küchenschrank in Kindergröße zufällig findet. Oder einen wirklich unglaublich schönen Puppenwagen aus den Fünfzigern! So einen hatte man selbst mal, irgendwie ist der unter die Räder gekommen, man weiß gar nicht wie und wo, aber jetzt hat man ihn ja wieder! Falls sich gerade jemand wundert, wie ich auf diese Entwicklung komme: Ich habe ein Haus. Und ich hatte Vitrinen. Also kenne ich das Geschilderte aus eigener Erfahrung sehr gut...

Scherz beiseite. Was wir sammeln, das bedeutet uns normalerweise etwas. Wir wollen es herzeigen, oder auch selbst anschauen. Ein Bär auf dem Sofa ist wie schon geschildert vielen Gefahren ausgesetzt, vor denen wir ihn schützen sollten. Sonne ist tödlich! Sie verändert radikal die Farben, bleicht aus, auf der dem Licht zugewandten Seite. Der Stoff wird mürbe und brüchig, die Holzwolle trocken. Auch der Staub tut sein Werk. Motten können als Untermieter einziehen (ein Beitrag zum Thema: "Eine Neuerwerbung kommt ins Haus, warum sollte sie zuerst ins Gefrierfach?" erscheint noch). Ein Regal auf der Schattenseite ist also schon mal besser. Hunde sind dann auch außen vor, Katzen schaffen es locker auch bis dorthin! Der nächste Schritt ist tatsächlich die Vitrine. Wieder ohne direkten Lichteinfluss und möglichst nicht direkt neben der Heizung. Große Wärme bewirkt nämlich auch nicht viel Gutes!
Der liebevolle Sammler schaut auch regelmäßig nach, wie es seinen Schützlingen geht. Er wird sie vorsichtig von Zeit zu Zeit abbürsten (nicht mit der eigenen Haarbürste! Schon wieder ein Thema: "Die richtige Reinigung im Notfall")und regelmäßig kontrollieren. Schädlinge schaffen es mitunter auch durch engste Ritzen. Niemals (!) hebt man Steiffs in Müllsäcken auf. Gerade wieder ein Angebot bei eBay: "KELLERFUND! VERKAUFE EINEN SACK MIT STEIFFTIEREN!"

Gehört gleichzeitig in die Kategorie: Vorsicht beim Einkauf!! Wenn jemand schreibt "Keller - oder Dachbodenfund", so will er damit etwas suggerieren. Nämlich: "Ich bin klein, mein Herz ist rein. Hab' da zufällig was auf dem Speicher gefunden, weiß überhaupt nicht, was das ist. Aber es steht Steiff (?) dran und ist alt, von der Oma schon, oder eigentlich der Uroma. Darum kann man mich ganz doll über's Ohr hauen und bei mir Gold zum Blechpreis erwerben." Die Tragik; Es gibt immer wieder Menschen (meist Sammlungsanfänger), die darauf hereinfallen. Sie bekommen allermeistens absoluten Schrott zugeschickt. Und können nicht mal etwas machen. Hatte der gewiefte Verkäufer es doch klug angefangen. Er hat nichts behauptet und ohnehin war sein Name Hase und er wußte von nichts...
Haben Tiere im Keller gelegen, riechen sie auch so. Und von moderigem Getier sollte man die Finger lassen! Der geht nie mehr weg. Ein Steifftier gehört nie (!) in die Waschmaschine oder ein Schaumbad, wenn es mit Holzwolle gefüllt ist. Die quillt auf, verursacht häßliche quittegelbe Flecken und macht den Pappgelenken, die alle Exemplare haben, deren Kopf, Arme oder Beine beweglich sind, den Garaus. Und die Notbehandlung mit Deo oder Geruchs - Verbesserungsprays hilft rein gar nichts, außer, dass so der Flor bald hin ist. Koffer und Reisetaschen sind auch keine ideale Lösung, aber besser als der Speicher. Es sei denn, sie landen dort...

Also so gut schützen, wie möglich, so viel pflegen, wie nötig! Und nie vergessen, dass man sehr alte Sachen um sich hat. Mit vierzig, fünfzig oder noch mehr Jahren auf dem buchstäblichen Buckel. Ursprünglich als Kinderspielzeug gedacht und fast immer auch so genutzt worden. Sprich: herumgeschleppt, jahrelang mit im Bett gelegen, oder in diversen Spielzeugkästen, unter Bausteinen, Blechautos, Schwertern und Gummibällen. Sie waren mit auf Reisen, im Krankenhaus, wurden vielleicht von der Oma bei einem Schaden zusammengeflickt.
Absolute Vitinentiere, mit KFS und in "unbespieltem" Zustand (heißt tatsächlich so!) sind darum rar. Und haben deshalb, auch ihren Preis. Man kann darüber geteilter Meinung sein. Einer sammelt nach Gefallen und Knopf oder Schild sind ihm schnurz. Ein anderer sammelt nur mit allen ID's. Oder Raritäten. Verstehen kann ich beides, aber fand es persönlich immer fast schade, wenn ein Tier "ohne Geschichte" aus einer kalten Vitrine ins Haus kam. Bei den Steiffs fand ich es noch nicht einmal so wichtig. Aber meine Bären sind (fast) alle bespielt. Was bedeutet, dass sie geliebt worden sind. Man ihnen Geschichten in die Plüschohren geflüstert hat. Sie haben viel erlebt und so einiges gesehen. Sind echte "Bär"sönlichkeiten. Und darum, hab' ich mein Herz an sie verloren.

Oft habe ich nach den Geschichten gefragt. Und sie mir aufgeschrieben. War immer wieder berührt, traurig oder habe gelächelt. Einige dieser Lebensläufe werde ich im Laufe der Zeit erzählen... Die meisten meiner Bären werden erst ganz zum Schluß aus dem Haus gehen, dann wenn die Steiffs schon in alle Welt verstreut sind. Und manche, wie mein eigener, den ich nun schon seit fast 56 Jahren habe, werden bei mir bleiben. Auf immer mein.

Jetzt aber die heutigen Fotos, zur Auflockerung. Und wie immer, sind alle darauf abgebildeten Tiere bereit umzuziehen und sich zu einer neuen Familie auf die Reise zu machen.

Spielgefährten - Quartett

Spielgefährten - Trio

Hier spielen:
Hinten ein Crämer - Educa - Bär, unbespieltes Vitrinentier, war reines Sammlerobjekt. Kaufquittung vorhanden, 310 DM, 09/2000. Er ist echt riesig und hat ein tolles, dichtes Wuschelfell. Limitiert auf 2000 Exemplare trägt er die Nr. 0090 und bringt alle Belege mit. Sein Gesicht ist lieb, er trägt ein Lederhalsband, hat die typische eingesetzte Schuco - Gesichtsmaske, den wichtigen Bärenbuckel und natürlich eine Brummstimme. Als absolut neues, eindrucksvolles Geschenk mit 52 cm Supergröße geeignet.
Rechts zieht ein Steiff - Weichschimpanse am Marienkäfer. Er ist aus Weichdralon, formgeschäumt, vollwaschbar, 30 cm groß und hat leider eine leichte Verfärbung am rechten Händchen. Er kam über eBay ins Haus und war mit 10 Euro zu teuer bezahlt...
Vorn lächelt ein Clemens - Bär mit Fahne im rechten Ohr. Holzwollegestopft, alle Körperteile beweglich, Glasaugen, Schnauze neu gestickt, Fell flauschig und top erhalten. Ich habe ihn für 40 Euro erworben.

Der Marienkäfer auf Rädern ist eine absolute Steiff - Rarität:

Rädertier Marienkäfer Kopfansicht

Rädertier Marienkäfer Unterseite

Rädertier Marienkäfer rechte Seite

Eines der wenigen Reittiere von Steiff mit Stahlgestell, Fussrasten, Haltegriff und Scheibenrädern. Mohairplüsch, abwaschbar. Er hat noch einen originalen Fühler (die sind sonst immer weg), eine verwaschene Fahne, die Steiff - Signatur auf den Rädern und ein insgesamt schönes Fell, bis auf den Rücken, denn dort rutschte einst ein kleiner Benutzer hin und her... Dekoratives Tier, aber durchaus bespielbar, hergestellt ab 1950, erworben für 200 DM auf einer Spielzeugbörse 1987.

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Antiker gelber Bär 1

Antiker gelber Bär 3

Antiker gelber Bär 2

Antiker, gelblicher Bär mit freundlichem Gesicht und Wuschelmohair mit Fellverlust am Bauch und kleineren Stellen, da bespielt. Glasaugen, Gelenke, Kurzflortatzen (eine Naht ca 3cm offen). Sein Kurzflorschnäuzchen ist makellos. Passt in jede Bärensammlung und möchte trotz seines hohen Alters gern noch auf Reisen gehen. Erworben für 57 Euro.

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Teddy Original

Steiff Teddy Original. Unbespieltes Vitrinentier, wie aus dem Laden. 26 cm groß, Nerzimitation (mit zarten, längere Glanzfäden), hergestellt zwischen 1976 - 1988, alle ID's, also Schild, Knopf und Fahne 0205/26. Kein Einkaufspreis mehr bekannt. Absolut schönes, hochwertiges Geschenk im Bestzustand. Auch für Kinder geeignet.

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Waschbär

Steiff Weich - Waschbär. Dolan und Dralon, formgeschäumt, vollwaschbar, Schlenkerkopf, 30 cm groß, hergestellt nur 1972 - 79. Knopf im Ohr vorhanden, Fahne auch, aber schlecht lesbar. Nr. vermutl. 6205/30. Kuscheltier, gut für Kinder geeignet. Erworben für 25 Euro.

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Steiff Zotty 17 cm

Steiff Zotty, Langhaar - Mohair, caramel, gelber Brustlatz. Vollbeweglich, Glasaugen. Kaum Mohairverlust, Filzschnäuzchen einwandfrei, Händchen auch wie neu. Kleine Schadstelle am Fuß, Druckstimme ohne Funktion. Kleinster Zotty, rar, hergestellt nur zwischen 1952 - 61. Schnäuzchen nachgestickt. Ein hübscher Kerl in gutem Zustand, aber ohne ID's. Erworben für 35 Euro.

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Berliner Nagy

Berliner Nagy

So klein und doch ein Steiff: Biber "Nagy". Aus sogenanntem gespitzten Igelmohair. Kopf drehbar, naturfarben. Abwaschbar. Unbespielter Topzustand mit Schild (leicht geknickt). Sammelwürdig, schöne Farben, wie neu. Gr. 10 cm. Hergestellt zwischen 1958 - 78. Erworben in Sammlerladen in Berlin für 20 Euro.

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Wohin mit unseren Lieblingen, das ist nun geklärt.
Aber was tun, wenn sie dringend doch ein Bad bräuchten?

Demnächst, in diesem kleinen Theater... Bärige Grüße!