szmmctag

  • Känguruhs, Zwerge und Schaumbäder

    Im Moment beschäftige ich mich mehr mit der Pflege von Mohairfellen, als mich um mich selbst zu kümmern, aber diese Zeit bringt nun einmal gewisse Erfordernisse mit sich...

    Was nicht geht, das wissen wir schon. Mit Holzwolle gestopfte Objekte dürfen niemals in die Waschmaschine! Überhaupt nicht "ins" Wasser. Dieses Füllmaterial hinterläßt nassgeworden gern quittegelbe Flecken auf dem Mohairgrund, die man nicht mehr los wird! Was also tun, stattdessen? Wenn irgend möglich, vermeiden wir Wasser in jeglicher Form. Oft ist unser Hausgenosse nur eingestaubt ( auch Glasvitrinen sind nicht hunderprozentig dicht ). Das Wichtigste also: Wir schauen uns den Zustand genau an. Ist der Stoff insgesamt gut erhalten, kann ich kräftig bürsten, zur Not auch mit einer Spezialbürste für Bärenfell mit feinen Metallzinken. Dadurch richtet sich der Flor auf, Druckstellen (z.B. durch sitzen) werden aufgeplüscht und im günstigsten Fall ist unser Stofftier dadurch staubfrei, frisch frisiert und nett anzusehen. Um ungünstigeren Fall ist der Stoff ziemlich dünn, geht das Fell hier und da ein wenig aus, oder ist gar schon schütter. Keine Drahtbürste! Versteht sich eigentlich von selbst. Auch nicht unsere Haarbürste, denn menschliche Hautzellen haben auf Mohair nichts zu suchen. Sonst ergibt sich rasch das Problem mit den unliebsamen Untermietern... Je nach Zustand benutzen wir also eine normale, weiche Bürste, oder sogar eine für Babyhaar. Auf jeden Fall bei den wertvollen Objekten.

    Tier oder Bär sind nicht nur staubig, sondern schmutzig? Der Flor isr verklebt, oder klumpig? Der Geruch ist nicht gerade so, dass wir ihn um uns haben möchten? Dann sind umfassendere Massnahmen unvermeindlich. Wie beim Babybad bereiten wir auch hier alles vor. Die Bürste ist wieder unser erstes Werkzeug der Wahl. Denn Schmutz kann oft dadurch schon ein wenig gelöst werden, Staub entfernt allemal. Jetzt bereiten wir eine Schüssel mit warmem Wasser und Shampoo ohne alle Zusätze zu ( günstig eines für Kleinkinder ). Ein feinporiger Schaumstoffschwamm wird kräftig im Wasser zusammengedrückt, bis viel Schaum entstanden ist. Mit diesem reinigen wir vorsichtig das Fell und versuchen, ein Durchfeuchten zu vermeiden ( an kahlen Stellen unmöglich ). Stellen wir Flecken fest, können wir Dallseife auftragen ( leicht einbürsten ) und zehn Minuten lang einziehen lassen. Auch Haarspray ( ziemlich dicht an den Fleck herangehen und gleich feucht entfernen ) kann Wunder wirken. Der Filz wird normalerweise ausgespart, denn Flecken aus ihm zu entfernen ist fast unmöglich, es entstehen aber leicht unschöne Wasserränder. Sollten Schaum, bzw. Wasser schmutzig aussehen, wird sofort ausgewechselt.

    Mit einem Mikrofaser - Waschlappen tupfe ich danach feucht den Schaum ab. Spüle ihn in einer zweiten (großen ) Schüssel oft aus. Es darf kein Schaum auf dem Mohair zurück bleiben! Manche Sammler verwenden zum Abschluß verdünnten Weichspüler, oder einen Stoff - Imprägnierer, da hat jeder so sein eigenes Rezept. Den Abschluß bildet eine Abreibung mit einem weichen Handtuch. Je trockener das Fell dadurch wird, desto besser. Jetzt ist wieder Flor bürsten angesagt und wir werden feststellen, wie schön und gepflegt unser Tier jetzt (hoffentlich! ) schon aussieht. Auf einem frischen Handtuch ( möglichst weiß oder pastellfarben ) trocknet das Objekt unserer Sauberkeitsbegierde nun in aller Ruhe. Heizung und Sonne sind genauso tabu, wie aufhängen an einer Wäscheleine. Damit zieht man nur die Ohren lang und der Körper verformt sich insgesamt, wenn wir Pech haben.

    Mein Maskenbär sieht auch schon viel besser aus, als im unbehandelten Anfangszustand:

    Eingeschäumt

    eingeschäumt

    Feuchtnass

    feuchtnass

    Frisch gebadet

    frisch gebadet

    Schnauzenkorrektur

    Schnauzenkorrektur mit "rohen Kräften" ist hier unvermeindlich

    Gesicht nach Reinigung

    Korrigiertes und gereinigtes Bärengesicht

    Nun muß er komplett trocknen, bis die Abschlußmaßnahmen erfolgen können: Ein Ohr ist herausgerissen und muß angenäht werden, die Schnauze komplett neu gestickt, die Brummstimme erfordert eine Öffnung des Bauchraums. Was zum ganz neuen Thema in den nächsten Einträgen führt: Restauration.

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    Damit sind wir bei meiner Sammlung und den heutigen Tieren und Figuren:

    Gesamteindruck

    Rückseite

    1) Steiff Zwerg Gucki mit altem Silberknopf und Schild ( schlecht lesbar ), Größe 18 cm plus Zwergenmütze. Der Hemdenstoff ist etwas mürbe, Hose, Filzhände und rotes Filzmützchen gut erhalten. Gummikopf ebenfalls ( regelmäßig mit Babyöl gepflegt! ). Dieser Gucki wurde zwischen 1954-58 hergestellt und von mir für 30 Euro erworben.

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    Gesamteindruck

    Rückansicht

    2) Zwerg Pucki, mit Knopf und Fahne, Nr. 8718,03. Größe wie oben. Absoluter Topzustand, wie neu, völlig unbespielt. Gummikopf ebenfalls top. Zwischen 1965-67 hergestellt. Erworben ebenfalls für 30 Euro.

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    Gesamtansicht

    Rückansicht

    3) Zwerg Pucki, mit Bärenkopf - Schild "Pucki". Der "kleine Bruder" von Nr.2, ebenfalls gut erhalten, Filzkleidung komplett und einwandfrei, Kordel mit lederartigem Beutel. Wirkt unbespielt. Erworben für 25 Euro.

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    Seitenansicht

    Vorderansicht

    4) Steiff Känguruh "Kangoo", alle ID's, also Knopf, Fahne ( Nr.4314 ), Schild. Größe 14 cm, das älteste Tier, hergestellt 1953-58. Farben noch ausdrucksvoll, kein Mohairverlust. Rares Tier, da ohne Bauchtasche produziert. Erworben für 39 Euro.

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    Frontansicht

    Rückenansicht

    5) Steiff Känguruh "Linda", keine ID's mehr vorhanden, hergestellt 1967-74, schönes Mohair, wirkt unbespielt, aber leider rosane Flecken. Unter diesen Umständen bei eBay zu teuer erworben für 19 Euro (damalige Beschreibung: "ORIGINALZUSTAND" - das war relativ...). Filzstiftkiller noch nicht versucht, da keiner im Haushalt.

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    Seitenansicht

    Vorderansicht

    6) Steiff Känguruh Kangoo, alter Silberknopf, 14 cm hoch, seltenerweise mit original vorhandenem Kunststoff - Baby in der Bauchtasche, daher Rarität! Mutter und Kind sind gut erhalten. Erworben für 51 Euro plus Versand.

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    Biber Nagy

    7) Steiff Biber "Nagy", mit Bärenkopfschild. Mohair, drehbarer Kopf, Filzzähne, -maul, -ohren, -pfoten und -schwanz, schwarze Glasaugen. Vorderseite Kurzmohair mittelbraun, restlicher Körper zweifarbig gespitzer, längerer und dichter Mohair. Gesamthöhe 10 cm. Erworben für 16 Euro.

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     Nagy vorn

    Nagy hinten

    8) Nagy wie oben. Topzustand, ausdrucksvolle Farben, unbespielt. Schild etwas geknickt. Erworben für 20 Euro.

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    Matrosen mit Masse - Kopf

    9) Nicht von Steiff, aber Ergänzung meiner Sammlung historischen Spielzeugs. Zwei Berliner Matrosen. Körper aus samtartigem Stoff, leinene Matrosenkragen und -mützen. Masse - Köpfe in Besterhaltung. Erworben zusammen für 20 Euro.

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    von vorn

    und seitlich

    10) Auch nicht von Steiff, sondern von "aufimmerdein", also von mir. Bär "Skinny" ist 20cm lang, ein Eigenentwurf des Schnittes und wurde von mir komplett handgenäht. Er hat bewußt schütteres Fell und künstlich fabrizierte Kahlstellen, um ihm ein bespieltes Aussehen zu vermitteln. Skinny hat eine bestickte Schnauze und Glasaugen, ganz im Stil der alten Bären. Er lebt mit seinen ebenfalls von mir gefertigten Geschwistern in einer Glasvitrine und ist ebenso wie sie ein Unikat.

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    Schluß für heute... Im nächsten Beitrag: meine Hunde...
    Und natürlich mehr zum Thema "sammeln und bewahren".

  • Schweine und mehr

    Borstentiere säubern sich in der Suhle. Und Steiffs?

    Vollwaschbar meint, was es sagt. Neuere Stofftiere kann man bedenkenlos waschen, wenn ihr Etikett entsprechendes aussagt. Das Kunstfaserfell und die Füllung nehmen Wasser, Schaum und Umdrehungen in der Maschine nicht übel. Trotzdem verändern sie mit der Zeit oft ihre schönen Farben und bleichen aus. Dass nicht alle Flecken wieder herausgehen, versteht sich auch von selbst. Aber immerhin: welche Erleichterung für die moderne Mutter! Oder Sammlerin...

    Aber was, bitteschön, tut man denn nun mit dem Bären oder Stofftier, das absolut nicht ins Wasser gehört? Holzwolle füllt sein Inneres, Pappscheiben ermöglichen, seine Arme und Beine zu drehen. Empfindliche Brummstimmen ruhen vielleicht im mehr oder minder dicken Bauch. Aber das Mohairfell klebt schon seit Jahren (wenn nicht noch viel länger) zusammen, die Schnauze wurde hundertmal gefüttert (oder mit Lippenstift versehen). Die Füße sind einfach... Falls Schwanz vorhanden, ist der dünn und verklebt, weil oft als Tragegriff mißbraucht. Seufz... Rettungslos verloren, oder??

    Einen solch' hoffnungslosen Fall haben wir hier. In gutem Zustand mit viel mehr Haaren eben gerade bei eBay für 550 Euro versteigert:

    Bekleideter Originalzustand

    Unbekleideter Originalzustand Vorderseite

    Was an Fell fehlt, ist an Farbe da. Vor allem an Stellen, wo sie nicht hingehört... Reichlich Essensreste(?) auf der Schnauze und es muß irgendetwas Dramatisches dabei gewesen sein. Denn es ist durch's Mohair in die Holzwolle gedrungen und hat sie zu einem festen Klumpen verklebt. Dadurch ist das Bärengesicht völlig verunstaltet, da die Schnauze total flach und spitz geworden ist, eher wie ein Schnabel. Die Krönung: Ein roter Lippenstift - Mund! Aufgemalte Brustwarzen, ein Bauchnabel... Na prima.

    Als der Bär per Paket ins Haus kam, betrachtete ich ihn mit Argwohn. Aber ich kannte seine Geschichte: Er ist mit seinen kleinen Besitzerinnen in den Kriegswirren durch halb Europa geflohen und ungefähr 1932 entstanden. Ein an sich mal schöner Crämer Maskenbär. Heißgeliebt, stark bespielt. So einer, dem man Geschichten erzählt hat. Dem heiße Kindertränen ins Fell tropften. Und der fest im Arm gehalten wurde, in Fremde, Angst und Einsamkeit. Ein winziges Heft brachte er in seiner alten Häkelhose mit. Und ein buntes Glasperlenkettchen um den Hals, von kleinen Händen für ihn aufgereiht. Er gewann also men Herz. Und als viele seiner felligen Geschwister bei meiner ersten großen Verkaufsauktion davonreisten, blieb er bei mir. Denn ich dachte, er habe ein Heim verdient. Und verschleudern wollte ich ihn wegen seines entstellten Aussehens auf keinen Fall.

    Im Rahmen meiner kleinen Reihe wollte ich ohnehin über Pflege und Restauration schreiben. Da bot sich der Crämer mit der eingesetzen Gesichtsmaske an. Schlimmer konnte sein Zustand kaum werden, also wagte ich mich gestern daran, ihn zu "behandeln". Und siehe da, aus:

    Schnauze Originalzustand

    wurde immerhin schon mal:

    Schnauze nach Reinigung

    Die Klumpenmasse ist weitgehend entfernt, der Lippenstift verschwunden, die unpassende Mundbestickung aufgetrennt und eine Schnauzenform ist auch wieder erkennbar (letzteres nach etwas brachialer Behandlung). So sauber war der Brummige sicher seit fast achtzig Jahren nicht mehr... Wie ich das erreicht habe, worauf es ankommt und was gar nicht geht: morgen, an gleicher Stelle...

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    Schweine haben es da wesentlich einfacher. Jedenfalls jene, die in freier Natur leben. Meine Steiffs mußten zeitlebens auf jegliche Suhle verzichten, sind aber trotzdem schön anzuschauen, gepflegt und garantiert freundlich und pflegeleicht:

    Linke Seitenansicht

    Schweinegesicht

    1) Schwein Jolanthe, das Größte, ca 22 cm lang, mit Knopf und Fahne (nicht mehr lesbar). Kein Mohairverlust, Top Filzschwanz, -maul, -nase. Hergestellt zwischen 1952-61, erworben für 15 Euro.

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    Linke Seitenansicht

    Schweinegesicht

    2) Jolanthe, das kleinere, auch mit Knopf / Fahnenrest und mit der roten Originalkordel. Schön erhalten, Schnurschwanz, hergestellt zwischen 1952-72. Erworben für 21,50 Euro.

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    Seitenansicht mit KF

    3) Jolanthe, Bruder oder Schwesterchen, mit grüner Kordel, Knopf und Fahne, mit der Nr. 1310,08. Top erhalten, hergestellt nur 1966- 67. Erworben für 28 Euro.

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    Linke Seitenansicht Knopf

    4) Schwein Jolanthe aus Samt, ohne Halsmarke gefertigt, 7 cm hoch, ca. 11 cm lang, Knopf im Ohr, gefertigt ab 1952. Erworben für 12,50 Euro.

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    Frontal

    Seitenansicht

    5) Wildschwein - Frischling, Samt, Knopf im Ohr, 7cm hoch, ca. 10 cm lang, brauner Samt mit hellen Tupfen, ohne Brustschild gefertigt. Schnur - Ringelschwänzchen, guter Zustand, erworben für 11 Euro.

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    Laufend

    6) Bruder oder Schwester von Nr.6. Alles wie oben, aber ohne Knopf. Erworben für 8 Euro.

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    Seitenansicht

    7) Wildschwein - Frischling Mohair, schön gezeichnet, mit Tupfen, Schnurschwanz, Knopf und Fahne, Nr. 2670/10, hergestellt 1968-75, Länge ca 15 cm, erworben für 16,50 Euro.

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    Hauptansicht 2

    Zertifikat

    Kopf mit Schild

    8) Steiff Glücksschwein "Happy", erschienen 1999, Gesamtauflage begrenzt auf 8500 Exemplare. Aufgelegt zur Jahrtausendwende. Dieses trägt die Glücksschwein - Nr. 01973 (das Geburtsjahr meiner Tochter). Happy ist Vitrinentier gewesen, also unbespielt, hatte alle ID's, Knopf, weiße Fahne und Schild, ist ca. 22 cm lang und 10 cm hoch. Zertifikat und Waschanleitung im Originalzustand mit damaligem Preisschild (56.24 DM). Erworben für 35 Euro.

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    Frontalansicht

    9) Freundliche Steiff Schildkröte "Slo", mit Knopf im Gummipanzer und Schild am langen Hals. 19 von 20 Filzkrallen noch vorhanden. Länge ca 10 cm, Mohair gemustert, hergestellt von 1955-75. Erworben für 13 Euro.

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    Gesamtansicht

    Panzeransicht

    Bauchansicht

    10) Schildkröte "Slo" im Topzustand. Schild, Knopf, Fahne, Nr. 2310.00, hergestellt 1965-67, sehr guter Zustand, unbespielt, alle Filzkrallen wie neu, schöne Originalfarben und Zeichnung. Erworben für 19 Euro.

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    Jetzt schwirrt mir + Euch der Kopf für heute... Morgen gibt's Zwerge und Känguruhs...

    Es wird erklärt, wie man Stofftiere reinigt und wir schauen uns den Maskenbären an...

  • Antikes Stofftier (Frosch / Krokodil)

    ...sucht neues Zuhause. Und kommt oft nicht allein, sondern bringt gern die Milben, Motten, Holzwürmer und Silberfische von Jahrzehnten mit. Besonders dann, wenn es sich um einen echten Speicher- oder Kellerfund handelt. Ein Fell, das schön muffig und moderig riecht, wirkt geradezu magisch anziehend, auf unliebsame Mitbewohner! Unsere allerste Amtshandlung also, wenn eine Neuerwerbung ins Haus kommt: Inspektion! Deutlich erkennbare kleine Krümel können Motteneier sein, schuppen- oder gazeartige Gewebe lassen den Verdacht auf Mottennester und - larven aufkommen. Zeigt ein Tier breitflächig und langgezogen kahle Flächen, handelt es sich meistens um einen sogenannte Mottenstraße.

    Was bereits weg ist, kommt nicht wieder, aber den Rest können wir schützen und vor allem vermeiden, dass der bestehende Teil unserer Sammlung vom Neuankömmling infiziert wird! Wir nehmen also eine kräftige Plastiktüte zur Hand, verschließen diese gut und legen unser Tier für mehrere Tage ins Gefrierfach. Das übersteht selbst hartgesottenes Ungeziefer nicht! Wichtig ist die Luftdichtigkeit, damit der eventuell vorhandene Filz keine Feuchtigkeit anziehen kann, die zu Stockflecken führt. Einen dermaßen angegriffenen Filz kann man in der Regel nicht mehr "heilen". Entweder man lebt mit ihm, oder läßt ihn fachmännisch austauschen.

    Auch Holzwürmer sind nicht gerade Untermieter, die wir gern im Haus haben möchten. Sollte das Stofftier oder der Bär verdächtig viele kleine Löcher aufweisen, sollte es, nachdem es durchgefroren die Eiskammer verlassen hat, auf einen möglichst dunklen Untergrund gesetzt werden, ohne es zu berühren, ungefähr vierzehn Tage lang. Entstehen verdächtige kleine Häufchen, oder rieseln diese heraus, wenn wir vorsichtig um die Löcher herum klopfen, handelt es sich vermutlich um feinen Holzstaub. Es bleibt nur die Behandlung mit Insektiziden, die mit Vorsicht zu genießen ist. Man sollte sich dringend gut über den genauen Gebrauch beraten lassen. Die früher angewandte Methode mit einer größeren Menge Mottenkugeln in luftdichter Tüte ist nicht empfehlenswerter. Der beißende Geruch verbleibt ewig im Fell und ob diese Kur wirklich die Schädlinge beseitigt hat, können wir auch nicht mit Gewissheit sagen.

    Unser steifgefrorenes Tier liegt nun also zur genaueren Inspektion vor uns. Ob es Augen und alle Gliedmaßen besitzt, konnten wie vermutlich auf den ersten Blick feststelen. Jetzt schauen wir genauer hin. Sitzen die Augen fest? Sind sie zu unserem Tier passend, oder etwa bunte Plastikaugen aus den Siebzigern auf einem Tier von 1950? Sitzen die Ohren fest? Das Schwänzchen? Die Gelenke? Fehlt bei einem Bären die Nasengarnitur? Sind die Filzfüßchen wundgelaufen und die Holzwolle drängt heraus? Ist unser Objekt der Begierde etwa schmutzig?

    Was immer wir sehen, abändern oder tun lassen: Es ist unsere Entscheidung. Ein Tier kann durchaus charmant aussehen, auch wenn es sich nicht im originalen Zustand befindet. Und wenn ein uralter Bär irgendwann im Laufe seines langen Lebens schwarze Knöpfe als Augenersatz bekam, mag das für den Uneingeweihten gruselig wirken, der Mensch aber, der seinen Teddy schon ewig so kennt, wäre entsetzt über den völlig anderen Ausdruck, den Glasaugen im geliebten Bärengesicht hervorrufen würden.

    Gerade Bärentatzen wurden millionenfach von mitleidsvollen Müttern, Omis oder Patentanten mit Leder oder bunten Stoffen überzogen, um die Wunden der Zeit zu verschließen. Wenn es sich um ein teures Exemplar handelt, wird man diese Flicken vielleicht vorsichtig abtrennen, um zu schauen, was sich darunter verbirgt. Weiß man allerdings den kaputten Filz nicht fachgerecht zu ersetzen, sollte der Teddy besser bleiben, wie er ist. Bei allem, was wir restaurieren, ganz gleich, ob es sich um Oldtimer, Möbel, oder eben Stofftiere handelt, fällt die Entscheidung immer schwer: Zustand belassen, optimal aufarbeiten (was nicht immer möglich ist, wie wir noch lesen werden), oder schonend nur das absolut dringend Notwendige ergänzen, oder austauschen. Wenn ich eine originale, aber ausgedünnte Bärenschnauze erneuere, verändert sich damit der gesamte Gesichtsausdruck. Was wünschenswert sein kann. Bin ich nicht firm im Nasen sticken und handelt es sich um ein teures Sammlerobjekt, habe ich allerdings einen Schaden angerichtet, der nicht wieder gut gemacht werden kann.

    Wir tun also stets nur so viel, als für unser persönliches Empfinden unbedingt notwendig ist. Und so wenig, wie unter diesen Umständen möglich ist. Vor allem mit Vorsicht, Überlegung und Liebe. Plus gutem Handwerkszeug, denn ohne geht es nicht!

    Meine Frösche und Krokos garantiert ohne Untermieter:

    Seitenansicht

    1) Gaty Krokodil, liegend, aus Trevierasamt, vollwaschbar, 30 cm lang, hergestellt von der Firma Steiff von 1975 - 1978 mit Originalschild, in gutem Zustand. Erworben für 15 Euro.

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    Gaty Seitenansicht

    Gaty Unterseite

    2) Gaty Krokodil, Mohair, abwaschbar, hergestellt zwischen 1957 - 1974, keine ID's, aber schöne Farben, Filzmaul top, fast alle Krallen vorhanden, erworben für 13 Euro.

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    Oberseite

    Seitenansicht

    3) Gaty wie unter 2), alle Krallen vollzählig, schöne Zeichnung, Filz einwandfrei, keine ID's. Erworben für 18 Euro.

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    Froggy Restfahne und Knopf

    Froggy Unterseite

    Vollansicht

    4) Froggy Frosch, bunt, sitzend, Mohair, 20 cm groß, Steiff - Silberknopf mit Restfahne, schönes und sehr rares Exemplar im Topzustand, sammlungswürdig. Erworben für 50 Euro.

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    Froggy Vollansicht

    5) Cosy Froggy Webpelz, superweich, waschmaschinenfest, Knopf und Fahne Nr. 092053, hergestellt 1991 - 99. Kräftige Farben, Zustand wie neu. Erworben für 16 Euro.

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    Frontansicht

    Unterseite

    6) Cosy Froggy wie oben, auch Knopf und Fahne, Nr. 5384/16, hergestellt von 1986 - 90, auch 15 cm groß, guter Zustand (Vitrine). Erworben für 13 Euro.

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    Oberseite

    Vollansicht

    Unterseite

    7) Froggy "Krabbelfrosch", Mohair, liegend, grün/gelb, hergestellt 1968 - 78, KFS, Knopf und Fahne Nr. 2360/22, Schild, 22 cm lang. Top erhaltenenes Vitrinentier! Erworben für 16 Euro.

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    Vollansicht 2

    8) Froggy Frosch, Trevirasamt, hergestellt 1968-86, grün/gelb, sitzend, abwaschbar. Knopf und Fahne Nr. 2370/08, Länge ca 10 cm. Schöner Frosch in guter Erhaltung, unbespielt, nur Fahne zerknittert. Erworben für 18 Euro.

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    Vollansicht 1

    9) Froggy Frosch wie unter (), allerdings die ältere Ausführung, Samt mit Muster, Knopf und Fahne Nr. 3408,00, hergestellt von 1959-67. Gut erhalten, schöne Zeichnung. Erworben für 18 Euro.

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    Woll - Frosch

    10) Wolltier Frosch, grün sitzend, die größere Variante, also 7 cm, mit Knopf und Fahnenrest (unlesbar), hergestellt von 1972-83. Erworben für 7 Euro.

    Das waren sie für heute, meine Tiere... Aber es kommen ja noch viiiele...

  • Sammeln + dann?

    Irgendwo muß unsere Ausbeute hin. Man kann sie in den Kleiderschrank legen, an Freunde verschenken, ins Küchenregal stellen, oder einfach auf's Sofa setzen. Je nachdem, was genau Ziel unserer Sammeljagd ist. Leicht haben es die Fans von Fingerhüten. Die kann man horten? Ja, man kann. Es gibt wundervolle Exemplare, wenn man ihre wahre Schönheit zu schätzen weiß. Aus verschiedenen Metallen, Holz, Glas, Halbedelsteinen, Porzellan (sogar von Meißen)und so ziemlich allem, was man sich denken an. Es muß nur ein kleiner Setzkasten her und schwupps, ist schon alles untergebracht...
    Das andere Extrem betrifft Oldtimer, Flugzeuge, Panzer, Traktoren usw. Dafür braucht es schon ganze Hallen und Freigelände. Wie gut hat es da doch der Sammler von antikem Spielzeug. Er kann mit seinen Errungenschaften leben und sein Heim damit ausstatten! Alle kennen wir jemanden, der in Stofftieren auf der Sofarücklehne oder im Bett schier ertrinkt. Jedem Tierchen sein Pläsierchen... Und wenn es sich um den üblichen Billigplunder handelt, ist es auch kein Problem, dann können Sonne, Staub oder die Heizung keinen größeren Schaden anrichten. Für 1,99 Euro bekomme ich im Textildiscount leicht Ersatz.

    Kinder spielen mit ihren Sachen. Wofür sie vorgesehen sind. Ja, auch die Steifftiere. Der Spaß hört nur auf, wenn das Objekt ein gewissen Alter hat und empfindlich ist, oder wenn man viel Geld hinblättern mußte, um es zu bekommen. Haustiere, die das weiche Mohairfell als Liegeplatz durchaus zu schätzen wissen, sind auch nicht gerade geeignete Gefährten. Und, dass selbst der hochwertigste Stoff nach einer gewissen Zeit mit Zigarettenqualm aufgibt, läßt sich auch denken. Was also tun? Kinder auswärts einquartieren, Haustiere abschaffen, die Zigaretten in den Mülleimer werfen? Das stände wohl in keinem Verhältnis...

    Also muß eine Lösung her. Sie soll Schutz vor äußeren Einflüssen bieten, aber sehen möchten wir unsere Sammlung schon auch! Das ist wie mit den Büchern, die man einfach so im Regal stapeln und verstauben lassen kann ( schließlich sind sie Gebrauchsobjekte), oder man stellt sie in einen verglasten Bücherschrank. Was manche Zeitgenossen davon abhält, mit ihnen zu tun, wofür sie gedacht sind... Mit unseren Steiffs, Bären, Kaufläden etc. ist es nicht anders. Auch kommt es auf die Anzahl an. Für ein Tier brauche ich keine Vitrine. Für fünf auch nicht. Aber wie sieht es mit fünfzehn aus? Und dann sieht man auch zufällig gerade so ein Teil auf dem Flohmarkt. Nicht zu teuer und so handlich, dass man es selbst (oder der Göttergatte, falls vorhanden und willig) im Triumphzug nach Hause schleppen kann! Nun noch an die Wand mit dem Teil, nach gründlicher Reinigung natürlich und hinein mit unseren Hörnchen, Bibern, Schildkröten und Rehen! Sieht klasse aus, eine richtige Bereicherung, jetzt hat man alles zusammen. Und ein paar neue Eroberungen passen auch noch hinein, nun, da man Platz hat! So geschieht, was kommen muss: eine zweite Vitrine muß unbedingt her. Oder besser gleich eine größere. Die passt auch optisch viel besser ins Wohnzimmer. Und damit der Partner etwas versöhnt wird, darf er ganz unten seine Miniaturautos von Schuco hineinstellen...

    Manche Sammlungen haben den Hang, sich auf unerklärliche Weise praktisch ganz von selbst wie ein Pilz auszubreiten ( man kann auch Schuhe sammeln!). Wie günstig, wenn man über ein Haus, oder eine größere Wohnung (vielleicht sogar mit hellem, trockenem Keller) verfügt. Dann kann man so lange hin und her räumen, bis man es endlich besitzt: das eigene Hobbyzimmer! Hinter die Tür kommt als Alibi das Bügelbrett, also ist es eigentlich fast ein Hauswirtschaftsraum! Nun bieten sich ganz neue Möglichkeiten. Die Tierchen müssen nicht mehr stumpf und eingequetscht hinter Glas sitzen, nein, wir können jetzt ganze Szenerien aufbauen. Für die man irgendwo einen Gründerzeit - Küchenschrank in Kindergröße zufällig findet. Oder einen wirklich unglaublich schönen Puppenwagen aus den Fünfzigern! So einen hatte man selbst mal, irgendwie ist der unter die Räder gekommen, man weiß gar nicht wie und wo, aber jetzt hat man ihn ja wieder! Falls sich gerade jemand wundert, wie ich auf diese Entwicklung komme: Ich habe ein Haus. Und ich hatte Vitrinen. Also kenne ich das Geschilderte aus eigener Erfahrung sehr gut...

    Scherz beiseite. Was wir sammeln, das bedeutet uns normalerweise etwas. Wir wollen es herzeigen, oder auch selbst anschauen. Ein Bär auf dem Sofa ist wie schon geschildert vielen Gefahren ausgesetzt, vor denen wir ihn schützen sollten. Sonne ist tödlich! Sie verändert radikal die Farben, bleicht aus, auf der dem Licht zugewandten Seite. Der Stoff wird mürbe und brüchig, die Holzwolle trocken. Auch der Staub tut sein Werk. Motten können als Untermieter einziehen (ein Beitrag zum Thema: "Eine Neuerwerbung kommt ins Haus, warum sollte sie zuerst ins Gefrierfach?" erscheint noch). Ein Regal auf der Schattenseite ist also schon mal besser. Hunde sind dann auch außen vor, Katzen schaffen es locker auch bis dorthin! Der nächste Schritt ist tatsächlich die Vitrine. Wieder ohne direkten Lichteinfluss und möglichst nicht direkt neben der Heizung. Große Wärme bewirkt nämlich auch nicht viel Gutes!
    Der liebevolle Sammler schaut auch regelmäßig nach, wie es seinen Schützlingen geht. Er wird sie vorsichtig von Zeit zu Zeit abbürsten (nicht mit der eigenen Haarbürste! Schon wieder ein Thema: "Die richtige Reinigung im Notfall")und regelmäßig kontrollieren. Schädlinge schaffen es mitunter auch durch engste Ritzen. Niemals (!) hebt man Steiffs in Müllsäcken auf. Gerade wieder ein Angebot bei eBay: "KELLERFUND! VERKAUFE EINEN SACK MIT STEIFFTIEREN!"

    Gehört gleichzeitig in die Kategorie: Vorsicht beim Einkauf!! Wenn jemand schreibt "Keller - oder Dachbodenfund", so will er damit etwas suggerieren. Nämlich: "Ich bin klein, mein Herz ist rein. Hab' da zufällig was auf dem Speicher gefunden, weiß überhaupt nicht, was das ist. Aber es steht Steiff (?) dran und ist alt, von der Oma schon, oder eigentlich der Uroma. Darum kann man mich ganz doll über's Ohr hauen und bei mir Gold zum Blechpreis erwerben." Die Tragik; Es gibt immer wieder Menschen (meist Sammlungsanfänger), die darauf hereinfallen. Sie bekommen allermeistens absoluten Schrott zugeschickt. Und können nicht mal etwas machen. Hatte der gewiefte Verkäufer es doch klug angefangen. Er hat nichts behauptet und ohnehin war sein Name Hase und er wußte von nichts...
    Haben Tiere im Keller gelegen, riechen sie auch so. Und von moderigem Getier sollte man die Finger lassen! Der geht nie mehr weg. Ein Steifftier gehört nie (!) in die Waschmaschine oder ein Schaumbad, wenn es mit Holzwolle gefüllt ist. Die quillt auf, verursacht häßliche quittegelbe Flecken und macht den Pappgelenken, die alle Exemplare haben, deren Kopf, Arme oder Beine beweglich sind, den Garaus. Und die Notbehandlung mit Deo oder Geruchs - Verbesserungsprays hilft rein gar nichts, außer, dass so der Flor bald hin ist. Koffer und Reisetaschen sind auch keine ideale Lösung, aber besser als der Speicher. Es sei denn, sie landen dort...

    Also so gut schützen, wie möglich, so viel pflegen, wie nötig! Und nie vergessen, dass man sehr alte Sachen um sich hat. Mit vierzig, fünfzig oder noch mehr Jahren auf dem buchstäblichen Buckel. Ursprünglich als Kinderspielzeug gedacht und fast immer auch so genutzt worden. Sprich: herumgeschleppt, jahrelang mit im Bett gelegen, oder in diversen Spielzeugkästen, unter Bausteinen, Blechautos, Schwertern und Gummibällen. Sie waren mit auf Reisen, im Krankenhaus, wurden vielleicht von der Oma bei einem Schaden zusammengeflickt.
    Absolute Vitinentiere, mit KFS und in "unbespieltem" Zustand (heißt tatsächlich so!) sind darum rar. Und haben deshalb, auch ihren Preis. Man kann darüber geteilter Meinung sein. Einer sammelt nach Gefallen und Knopf oder Schild sind ihm schnurz. Ein anderer sammelt nur mit allen ID's. Oder Raritäten. Verstehen kann ich beides, aber fand es persönlich immer fast schade, wenn ein Tier "ohne Geschichte" aus einer kalten Vitrine ins Haus kam. Bei den Steiffs fand ich es noch nicht einmal so wichtig. Aber meine Bären sind (fast) alle bespielt. Was bedeutet, dass sie geliebt worden sind. Man ihnen Geschichten in die Plüschohren geflüstert hat. Sie haben viel erlebt und so einiges gesehen. Sind echte "Bär"sönlichkeiten. Und darum, hab' ich mein Herz an sie verloren.

    Oft habe ich nach den Geschichten gefragt. Und sie mir aufgeschrieben. War immer wieder berührt, traurig oder habe gelächelt. Einige dieser Lebensläufe werde ich im Laufe der Zeit erzählen... Die meisten meiner Bären werden erst ganz zum Schluß aus dem Haus gehen, dann wenn die Steiffs schon in alle Welt verstreut sind. Und manche, wie mein eigener, den ich nun schon seit fast 56 Jahren habe, werden bei mir bleiben. Auf immer mein.

    Jetzt aber die heutigen Fotos, zur Auflockerung. Und wie immer, sind alle darauf abgebildeten Tiere bereit umzuziehen und sich zu einer neuen Familie auf die Reise zu machen.

    Spielgefährten - Quartett

    Spielgefährten - Trio

    Hier spielen:
    Hinten ein Crämer - Educa - Bär, unbespieltes Vitrinentier, war reines Sammlerobjekt. Kaufquittung vorhanden, 310 DM, 09/2000. Er ist echt riesig und hat ein tolles, dichtes Wuschelfell. Limitiert auf 2000 Exemplare trägt er die Nr. 0090 und bringt alle Belege mit. Sein Gesicht ist lieb, er trägt ein Lederhalsband, hat die typische eingesetzte Schuco - Gesichtsmaske, den wichtigen Bärenbuckel und natürlich eine Brummstimme. Als absolut neues, eindrucksvolles Geschenk mit 52 cm Supergröße geeignet.
    Rechts zieht ein Steiff - Weichschimpanse am Marienkäfer. Er ist aus Weichdralon, formgeschäumt, vollwaschbar, 30 cm groß und hat leider eine leichte Verfärbung am rechten Händchen. Er kam über eBay ins Haus und war mit 10 Euro zu teuer bezahlt...
    Vorn lächelt ein Clemens - Bär mit Fahne im rechten Ohr. Holzwollegestopft, alle Körperteile beweglich, Glasaugen, Schnauze neu gestickt, Fell flauschig und top erhalten. Ich habe ihn für 40 Euro erworben.

    Der Marienkäfer auf Rädern ist eine absolute Steiff - Rarität:

    Rädertier Marienkäfer Kopfansicht

    Rädertier Marienkäfer Unterseite

    Rädertier Marienkäfer rechte Seite

    Eines der wenigen Reittiere von Steiff mit Stahlgestell, Fussrasten, Haltegriff und Scheibenrädern. Mohairplüsch, abwaschbar. Er hat noch einen originalen Fühler (die sind sonst immer weg), eine verwaschene Fahne, die Steiff - Signatur auf den Rädern und ein insgesamt schönes Fell, bis auf den Rücken, denn dort rutschte einst ein kleiner Benutzer hin und her... Dekoratives Tier, aber durchaus bespielbar, hergestellt ab 1950, erworben für 200 DM auf einer Spielzeugbörse 1987.

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    Antiker gelber Bär 1

    Antiker gelber Bär 3

    Antiker gelber Bär 2

    Antiker, gelblicher Bär mit freundlichem Gesicht und Wuschelmohair mit Fellverlust am Bauch und kleineren Stellen, da bespielt. Glasaugen, Gelenke, Kurzflortatzen (eine Naht ca 3cm offen). Sein Kurzflorschnäuzchen ist makellos. Passt in jede Bärensammlung und möchte trotz seines hohen Alters gern noch auf Reisen gehen. Erworben für 57 Euro.

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    Teddy Original

    Steiff Teddy Original. Unbespieltes Vitrinentier, wie aus dem Laden. 26 cm groß, Nerzimitation (mit zarten, längere Glanzfäden), hergestellt zwischen 1976 - 1988, alle ID's, also Schild, Knopf und Fahne 0205/26. Kein Einkaufspreis mehr bekannt. Absolut schönes, hochwertiges Geschenk im Bestzustand. Auch für Kinder geeignet.

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    Waschbär

    Steiff Weich - Waschbär. Dolan und Dralon, formgeschäumt, vollwaschbar, Schlenkerkopf, 30 cm groß, hergestellt nur 1972 - 79. Knopf im Ohr vorhanden, Fahne auch, aber schlecht lesbar. Nr. vermutl. 6205/30. Kuscheltier, gut für Kinder geeignet. Erworben für 25 Euro.

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    Steiff Zotty 17 cm

    Steiff Zotty, Langhaar - Mohair, caramel, gelber Brustlatz. Vollbeweglich, Glasaugen. Kaum Mohairverlust, Filzschnäuzchen einwandfrei, Händchen auch wie neu. Kleine Schadstelle am Fuß, Druckstimme ohne Funktion. Kleinster Zotty, rar, hergestellt nur zwischen 1952 - 61. Schnäuzchen nachgestickt. Ein hübscher Kerl in gutem Zustand, aber ohne ID's. Erworben für 35 Euro.

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    Berliner Nagy

    Berliner Nagy

    So klein und doch ein Steiff: Biber "Nagy". Aus sogenanntem gespitzten Igelmohair. Kopf drehbar, naturfarben. Abwaschbar. Unbespielter Topzustand mit Schild (leicht geknickt). Sammelwürdig, schöne Farben, wie neu. Gr. 10 cm. Hergestellt zwischen 1958 - 78. Erworben in Sammlerladen in Berlin für 20 Euro.

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    Wohin mit unseren Lieblingen, das ist nun geklärt.
    Aber was tun, wenn sie dringend doch ein Bad bräuchten?

    Demnächst, in diesem kleinen Theater... Bärige Grüße!

  • Meine Hörnchen

    Längst ist es dunkel geworden und ich sitze im Dachgeschoß am Schreibtisch, den es vor ein paar Wochen noch gar nicht gab.

    Eigentlich nichts von dem, so wie es sich jetzt hier befindet. Mein Rücken machte mir damals heftige Probleme und verweigerte, unter dem Gewicht eines zu tragenden Heizkörpers, jede weitere Kraftanstrengung. Über lange Zeit sogar das normale Gehen. Das zwang mich zu ungewohnter Ruhephase mit Besinnung auf das, was war und jenes, was sein sollte, oder müßte.
    Es war recht kalt in diesen Wintermonaten, denn mein altes Haus hat Schiebefenster mit Einscheiben - Verglasung, wie man sie nur in Objekten findet, die Jahrhunderte alt sind. Das mag interessant aussehen. Aber zum Wohnkomfort trägt es keineswegs bei. Im Sommer kann ich nicht lüften, im Winter zieht es durch die Ritzen herein und oft habe ich Eisblumen zu Gast, die das Glas verschönern. Alles in allem wurde mir klar: Es kann so nicht mehr länger bleiben!

    Allein: Renovieren kostet Geld. Ich kann vieles selbst erledigen. Aber Fenster anfertigen, das kann ich nicht. Und da sie nach Maß entstehen müssen, habe ich dem Frühjahr mit großer Sorge entgegen gesehen, denn ich bin nicht mit irdischen Reichtümern gesegnet. Wovon könnte / würde / müßte ich mich deshalb trennen? Es gab nur eine Antwort: meine Steiffs! Für einen Sammler kann es kaum eine härtere Lösung geben. Aber man muß der Realität ins Auge sehen.
    Es dauerte tatsächlich Monate, bis ich mich wieder relativ normal bewegen konnte. Langsam und vorsichtig meine Schätze zusammentragen. Im noch leeren Zimmer unter dem Dach. Bestandsaufnahme, grob überschlagen. Im Winter 2007 /2008 hatte ich mich schon von mehr als der Hälfte meiner Tiere trennen müssen. Jetzt lauteten die Fragen: "Was ist noch da?" und "Was möchte ich unbedingt behalten?" Ich treffe einen schweren Entschluß: Von all' meinen Tieren, dem Zubehör, Kaufläden und Puppenstuben werde ich mich trennen. Auch von dem alten, englischen Puppenwagen aus der Gründerzeit und dem bemalten, französischen. Wie lange hatte ich danach gesucht... Und über die damals gezahlten Liebhaber - Preise möchte ich auch gar nicht erst nachdenken. Aber es hilft nichts...

    So sortiere ich sämtlichen Sammlerstolz zunächst. Beschrifte Clearboxen und lege die Objekte vorsichtig und geordnet hinein. Schon lange hebe ich sie in extra angefertigten Stoffbeuteln, einzeln verpackt auf. Was man gern hat und mühevoll erworben über viele Jahre hinweg, das schützt man auch. Und in dieser Verpackung, gegen Feuchtigkeit gesichert durch klare Druckverschlußbeutel, werden meine kleinen Freunde auch auf die Reise zu den neuen Besitzern gehen...
    Mit welchen Tieren fange ich an? Seufzend räume ich über Tage hin und her, lese in meinen Fachbüchern nach, stöbere in den dicken Ordnern, die ich immer ordentlich angelegt habe. Welches Tier wann und wo gekauft, zu welchem Preis? Irgendwie muß man sich ja einen Überblick bewahren und jetzt ist es nützlich. Durch Zufall stosse ich auf eine Anfrage nach Eichhörnchen, daher wähle ich sie für die erste Aktion aus. Immerhin sind es noch sechzehn, 14 Steiffs und 2 vermutlich von Hermann.

    Da haben wir es schon. Steiff läßt sich immer relativ leicht wiedererkennen. Mit allen anderen Firmen wird es schnell schwierig. Die "Hermänner" wurden übrigens bei eBay ersteigert, unter der Angabe, sie kämen von der Markenfirma mit den beiden langgezogenen ff's. Um den Preis nach oben zu treiben. Soviel zum Thema Kauf über diese Plattform. Man kann dabei durchaus Glück haben. Aber sich auch sehr ärgern. Wegen 15 Euro fängt man keinen Prozess an. Das wissen dubiose Verkäufer genau... Wo man kauft und warum, dazu gibt es noch einen speziellen Eintrag. Eines aber kann ich schon vorweg sagen:

    Mögl. nur dort, wo man vertrauen kann. Das Gefühl hat, ordentlich informiert zu werden.
    Und auch nicht auf taube Ohren stößt, wenn mal eine berechtigte Reklamation vorliegt.

    Auch ein Verkäufer ist nur ein Mensch und weiß nicht immer ganz genau, ob dieser Kragen tasächlich zu dem Zwerg gehört, oder doch zu einem Clown. Irgendwann hat er die Figur selbst einmal erworben und kennt sie eben gar nicht anders. Dann hat er auch nicht in böser Absicht gehandelt.
    Leider gibt es aber auch unseriöse Käufer. Die ersteigern, aber nicht bezahlen. Oder denen das Porto plötzlich zu hoch ist. Oder die am Tier schlagartig irgendetwas finden. Die entsprechenden eBay - Foren sind voll, von solchen Geschichten. Am Abschluß steht vielleicht auch noch eine ungerechtfertigte, negative Bewertung. Kein leichtes Brot also, für beide Seiten. Mit einem gewissen Stolz kann ich sagen, dass ich auf dieser Plattform bisher 870 mal bewertet wurde. Und zwar positiv. 100% Zufriedenheit So sollte es sein. Und ich hoffe, dass es auch so bleibt. An mir soll es nicht liegen.

    So, nun also endgültig zur Spezies "Eichhörnchen". Kinder und Erwachsene lieben diese possierlichen Tierchen gleichermaßen, also blieb es nicht aus, dass Steiff sie schon früh ins Programm aufnahm. Und bis heute sind sie mit die gefragtesten Objekte überhaupt. Was nicht zuletzt auch an ihrem noch (vergleichsweise) günstigen Preis liegt. Für unter 20 Euro muß man nicht lange überlegen. Und wenn man etwas ins Herz schließt, ist es sowieso jeden Preis wert.
    Mit der Eidechse, oder Fledermaus sieht es da schon ganz anders aus. Die Kinder mochten sie nicht besonders, also verkauften sie sich schlecht. Somit sind sie heute rar und entsprechend teuer. In diesem Fall muß sich ein Sammler überlegen: Kaufe ich mir ein einziges, richtig teures Tier? Und hoffe auf eine gute Geldanlage? Oder möchte ich lieber viele Tiere um mich haben, die im Preis stabil bleiben, an denen ich Freude hab' und die, im Notfall, auch nicht allzu schwer zu verkaufen sind? Ich entschied immer nur mit meinem Herzen. Und sah nie ein Steifftier als Kuschel - Aktie an...

    Here wie go:

    Perri, Bild 1

    Perri, Bild 2

    Nr.1) Perri Eichhorn, hergestellt ab 1959 aus Mohairplüsch, mehrfarbig gespitzt, abwaschbar, Schnurrhaare, Gr. 17 cm, mit Samtnuß, aber ohne Id's (Knopf, Fahne, Schild. Von Sammlern in Kurzform KFS genannt). Erworben für 8 Euro.

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    Perri, Bild 1

    Perri, Bild 2

    Nr.2) Perri, alles wie oben, keine Schnurrhaare, aber Knopf im Ohr. Erworben für 15 Euro.

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    Perri,top, Bild 1

    Perri,top, Bild 2

    Nr.3) Perri in Topausstattung. Alles wie bei Nr.1, plus KFS, also Schild mit altem Bärenkopf, Fahne und Silberknopf im Ohr. Schnurrhaare. Nuß mit Top - Musterzeichnung. Sehr guter Erhaltungszustand. Ausdrucksstarke Farben. Erworben für 20 Euro.

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    Helles Hörnchen ohne IDs

    Nr.4) Perri, wie unter 1, Schnurrhaare, gute Samtnuß, saubere Filzpfötchen, aber Mohairverlust auf dem Oberkopf und am Schwanz. Farbe sehr hell. Evtl. "Ersatzteillager". Erworben für 6 Euro.

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    Perri, kleiner

    Nr.5) Perri wie unter Nr.1, aber in der kleineren Größe, 12 cm. Keine ID's, aber schöne Farben und gute Erhaltung. Erworben für 11 Euro.

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    Perri, 12cm, Bild 1

    Perri, 12cm, Bild 2

    Nr.6) Perri, wie unter Nr.5, Schnurrhaare, dunkles, dichtes Mohair, Silberknopf im Ohr. Erworben für 12 Euro.

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    Perri klein

    Nr.7) Perri, wie unter 5, nur heller, Knopf und Fahne, erworben für 8 Euro.

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    Perri, 12 cm, Bild 2

    Perri, 12cm, Bild 1

    Nr.8) Perri wie unter Nr.5. Bestzustand. Alle ID's, also Schild (wie neu), Knopf im Ohr und Fahne mit der Nr. 4312 03, laut Steiff - Buch also zwischen 1959 - 1967 hergestellt. Vitrinentier, unbespielt, ausdrucksstarke Farben. Gesuchtes Sammlerstück. Erworben für 25 Euro.

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    Possy, Bild I

    Possy, Bild II

    Nr.9) Possy Eichhörnchen, Mohairplüsch, heller Bauch, gelbbrauner Körper, im Gegensatz zu Perri keine unterlegten Augen, Mohairfüßchen und breitere Beinhaltung, sowie eigentlich ohne Nuß. Dieses hat eine (heimlich gemopst?)! Gr. 22 cm, buschiger, eher flacher Schwanz. Hergestellt ab 1957. Nr.9 trägt stolz seinen Kmopf im Ohr und wurde erworben für 18 Euro.

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    Possy, Bild I

    Possy, Bild II

    Nr.10) Possy Eichhorn, wie unter Nr.9 beschrieben, nur ohne Nuß und Id's. Schöner, buschiger Schwanz. Erworben für 15 Euro.

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    Possy 14cm, Bild I

    Possy 14cm, Bild II

    Nr.11) Possy Eichhorn, in der kleineren Gr. v. 14 cm, sonst, wie die gr. Variante. Keine Id's, aber mein ganz persönliches "Lieblingshörnchen", weil es einfach total niedlich schaut. Schöner Mohairplüsch guterhaltene Farben. Mit dem Herzen erworben für 15 Euro.

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    Bild I

    Bild II

    Nr.12) Possy, wie unter Nr.11 beschrieben, aber mit allen ID's, Schild (etwas fleckig), Knopf im Ohr und gerade noch lesbare Fahne, Nr. 4314,01 also hergestellt zwischen 1959 - 1967. Insgesamt guter Erhaltungszustand. Erworben für 20 Euro.

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    Bild 1Bild II

    Nr.13) Possy in der kleinsten Ausführung, also 10 cm groß. Ansonsten alles, wie bei den "Großen". Keine ID's, aber schönes Fell und guterhaltene Farbe. Erworben für 14 Euro.

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    Bild I

    Bild II

    Nr.14) Possy Eichhorn, nochmal in der kleinsten Ausführung, wie Nr.13, aber mit Knopf im Ohr und Fahnenrest. Erworben für 16 Euro.

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    Bild I

    Bild 2

    Nr.15) Klassischer eBay-Schwindel: Als Steifftiere von verschiedenen Verkäufern versteigert, aber eindeutig NICHT original. Ich denke, sie könnten von der ebenfalls bekannten Fa. Hermann stammen, bin mir aber nicht sicher. Gr. Tier ca 15 cm, zweifarbig, ähnliche Form wie Possy, kleineres ca. 10 cm, Woll - Nuß, heller Körper, rötl. Ohren und Schwanz. Putzige Tiere, die gut in eine Hörnchen - Sammlung passen. Aber eben nicht mit falschen Angaben. Eines erworben für 10 Euro, das andere für 8 Euro.

    Morgen erzähle ich ein wenig über Aufbewahrungsmöglichkeiten für Sammlungen...

  • Sammeln...

    ein tief im Menschen verankerter Urinstinkt. Dem nachzugeben, also völlig legitim ist. Doch ab wann, wird das Hobby zur Sucht? Und wenn, ist sie der Gesundheit in irgendeiner Weise abträglich?

    Spielsucht, Internetsucht, Sport bis zur Erschöpfung - Sucht hat viele verborgene Gesichter. Sie kann uns um unser Geld bringen, unsere Gesundheit, vielleicht auch um unseren Verstand. Abgesehen davon, dass sie auch eine Partnerschaft beenden kann, wenn das Hobby nur den einen Teil des Paares befallen hat...
    Doch normalerweise, können wir mit diesem speziellen Virus ganz gut leben. Nur verändert sich unsere Sichtweise entsprechend. Der Briefmarkensammler wird ganz wie nebenbei Umschläge und Karten abscannen, vielleicht ist da ja doch eine Marke, die noch nicht... Gewiefte Ü - Ei - Sammler kennen ganz genau das Erscheinungsdatum neuer Serien und schleppen komplette Stapel dieser Gattung ins heimische Wohnzimmer. Oder, falls sie schon länger "erkrankt" sind, ins spezielle Ü - Ei - Zimmer. Natürlich ringsum überdekoriert in vollen und vollsten Vitrinen, ergänzt von Regalen mit sortierten Doppelten, oder auch Fünfzehnfachem. Das läßt sich nicht vermeiden, wenn man Masse kauft. Und das macht ja auch nichts, denn es gibt längst entsprechende Börsen, auf denen sich die Fanatiker zum Austausch und zur Kommunikation treffen.

    Letztere ist übrigens wichtig für jeden Sammler, um gut informiert zu sein. Das Internet bietet dafür heute geradezu fantastische Möglichkeiten. Man kann mit der ganzen Welt vom heimischen Schreibtisch aus kommunizieren und seine Erfahrungen austauschen, bzw. das Wissen des Gegenübers austesten. Die Digitalfotografie hat zudem unendliche Möglichkeiten eröffnet. Wir können "mal eben schnell" ein Objekt ablichten und es dem Sammlerfreund vorstellen.
    Der früher oft karikierte Junggeselle, der in häuslicher Abgeschiedenheit seine Briefmarken mit Pinzette und Lupe sortiert, ist heute sicher eine aussterbende Spezies. Sollten wir sagen "schade drum"?

    Wie fängt es denn nun an? Selten gezielt. Eher harmlos und somit unmerklich. Der Mecki aus den Fünfzigern ist dafür ein gutes Beispiel. Ich glaube, fast in jedem deutschen Haushalt war diese durch die Zeitschrift "Hör zu" bekannt gewordene Figur vertreten. Wo es einen Stachelkopfmann gab, kam rasch auch eine Frau dazu, Micki. Und was wäre ein Paar ohne Kinder? Also folgten Mucki und Macki. In verschiedenen Größen und Ausführungen natürlich. Die Kinder wollten die Familie natürlich gern "komplett" haben. Die Großeltern und Taufpaten bekamen genaue Instruktionen, was denn zu schenken sei. Ist das schon "sammeln"?

    Den Meckis folgten Zwerge, Sandmännchen, Gnome, Handspielfiguren. Alle mit Gummigesichtern. Und von der Firma Steiff in bester Qualität hergestellt und reichlich verkauft. STEIFF, da haben wir das Zauberwort. Mehrere Generationen verbanden mit diesem Namen eine hochwertige Fertigung. Das Tier fürs Leben. "Für immer dein" wurde bewußt als Slogan gewählt. Denn diese Stofftiere halten bei nicht allzu derber Behandlung wirklich ein Leben lang. Andere Firmen kopierten. Stellten ähnliche Bären und Tiere her. Aber erreichten nie den gleichen Ruf. Original bleibt eben immer Original.
    Als "Schuco" die Bigo - Bello - Serie entwickelte, fand auch sie ihre Fans. Und war stolz auf die Eigenentwicklung. Die beiden "Hermann" - Hersteller und andere Firmen eroberten sich auch ihren Marktanteil. Qualität, zu etwas günstigerem Preis, aber nie mit schlechten Materialien. Auch diese Produkte sind heute noch sehr gefragt und auf dem Sammlermarkt zu etwas humaneren Preisen erhältlich.

    Wer sammelt denn nun speziell was? Es gibt verschiedene Gründe. Oft verbinden wir etwas, mit einem Stofftier (auf diesem Sammelgebiet kenne ich mich recht gut aus, darum beschränke ich mich darauf...). Wir hatten auch mal so einen Bären. Oder das berühmte Eichhörnchen, ein Bambi, oder Cosy Trampy, den Elefanten, der so weich und kuschelig war. Irgendwie sind diese Stücke irgendwann verloren gegangen. Und mit 10.- bis 20.- Euro ist man heute, je nach Zustand der Neuerwerbung, schon dabei. Dies sind meistens die Sammler mit Herz, die nach Gefallen kaufen und ihr Tier im Arm nach Hause tragen. Sie sind mir die liebsten.

    Dann gibt es noch jene, die nach Raritäten jagen. Alles andere ist für sie banal und uninteressant. Dass ein Tier nur schwer zu haben ist, macht es interessant. Nicht unbedingt sein Aussehen. Hier werden unglaublich hohe Preise gezahlt und das Ergebnis der Begierde landet mindestens hinter Glas. Wenn nicht aus versicherungstechnischen Gründen im Safe. Oder hochversichert im Museum. Der bisher teuerste Teddybär der Welt (natürlich ein Steiff) wechselte für unglaubliche 156 200 Euro über den Fachmann Günther Pfeiffer den Besitzer. Der Fellige ist 40 cm groß und übertrifft den bisher teuersten Bären aus dem Jahr 1912, der bei Christies in London im Jahr 2000 über den Versteigerungstisch ging, um 2200 Euro. Nie zuvor erzielte ein antikes Steifftier einen solchen Preis. Ist es Sammlerliebe? Oder Geldanlage? Beides? Wer weiß das schon zu sagen...

    Auch die "Komplettsammler" sind unterwegs. Im glücklichsten Fall konzentrieren sie sich auf eine Serie (nur Hasen z.B.) und versuchen, sich diese vollständig zusammen zu kaufen. Was es auch hier schwer macht: Teure, weil seltene Exemplare. Macht man Kompromisse? Kauft man auch ein beschädigtes Objekt? Eines, dem ein Accessoire fehlt? Z.B. "Maxi" Maulwurf, ohne seinen Spaten? Vielleicht findet man ja irgendwann mal einen? Was zwar eher unwahrscheinlich ist... Aber ich kenne eine Sammlerin, die ergatterte auf einem Flohmarkt 2 Spaten (weil sie sie als zu Steiff gehörig erkannte). Und suchte danach erneut nach einem "Maxi". Um wieder komplett zu sein.
    Womit wir gleich zwei Themen auf dem Tisch haben. Wo kauft man denn die heiß ersehnten Stofftiere? Auf Auktionen? Dem Flohmarkt? Über Anzeigen? Bei Ebay? Sammlungsauflösungen? Und, wieviel Geld muß man ausgeben? Wo erhält man gute Ware für angemessenes Geld? Alles gar nicht so leicht zu beantworten. Also auf morgen verschoben...

    Aber wie ich von eins auf fünfhundert kam, hab' ich schon ganz gut angedeutet...

  • Es war einmal...

    ein kleines Mädchen, das zum zweiten Geburtstag einen dunkelbraunen Bären geschenkt bekam. Es besaß wenig Spielzeug, denn ein großer Krieg hatte das ganze Land in Schutt und Asche gelegt. Die Menschen hatten Bedarf an Wohnraum, Kleidung, Möbeln und anderen Artikeln des täglichen Lebens. Vor allem jene, die aus den deutschen Ostgebieten in den Westen gekommen waren. Diese Flüchtlinge waren anfangs nicht überall gern gesehen, denn wer noch Platz in seinem Heim hatte, dem stand die sogenannte "Einquartierung" ins Haus. Mit anderen Worten: man bekam Untermieter, ob man sie nun wollte, oder nicht. Oft ganze Familien, die nun in einem Zimmer unterkamen.
    Meine Eltern betonten über Jahrzehnte stets, sie seien keineswegs zu dieser bedauernswerten Gruppe von Menschen gehörig. Sie betrachteten sich als "Emigranten" , die wegen ihrer freiheitlichen Denkweise aus dem russisch besetzten Ostteil Berlins hatten fliehen müssen. Mit dem Kommunismus konnten und wollten sie sich nicht anfreunden, also traten sie eine gefährliche und anstrengende Reise quer durch den Osten Deutschlands an, um die Familie mit einem Fluchthelfer über die sogenannte "grüne Grenze" zu bringen.

    Für uns Mädchen war Schmalhans Küchenmeister, was mich, da ich die Zusammenhänge gar nicht erkennen konnte, weniger traf, als z.B. meine wirklich große Schwester, denn sie war schon siebzehn, als ich geboren wurde. Zur Konfirmation wurde beim Trödler ein ausgemusterter Soldatenmantel erstanden, die Nähte sorgsam aufgetrennt, der Stoff gewendet und mit allerlei Tricks, wie betonter Taille und Samtkragen, ein neues Kleidungsstück daraus gemacht.
    Als der Bär mir vom Vater in die Arme gelegt wurde, liebte ich ihn sofort heiß und innig und gab ihn nicht mehr her. Er wurde mein bester Freund. Was leicht zu bewerkstelligen war, denn ich hatte nur den einen. Geduldig hörten seine zotteligen Ohren in den Folgejahren alles an, was das Herz eines kleinen Menschenkindes so bewegen mag. Viele heiße Tränen flossen in das rotbraune Fell, das im Laufe der Jahre davon immer heller wurde. Während seine zuvor cremefarbene Schnauze mit der Zeit aussah, als würde der Bär sie in allerlei schmutzige Pfützen - wenn nicht gar in die mittäglichen Suppen tauchen. Doch das tat dieser großen Liebe zueinander keinen Abbruch.

    Später kamen vier Handspieltiere von Steiff in den Haushalt. Aber die durften nur an den Sonntagen und auf Bitten aus dem Kleiderschrank der Eltern hervorgeholt werden, in dem sie auf dem allerobersten Brett, in Plastiktüten verpackt, hinter der Reihe mit den Wollpullovern und Strickjacken ruhen mußten. Durch die Großeltern kam irgendwann ein "Zotty" ins Haus, der so aussah, wie er hieß und einem Kind eher einen Schrecken einjagte, als dass es mit ihm hätte kuscheln mögen. So landete auch er wohlverpackt im Schrank, bei den anderen Tieren.

    Eines Tages, ich war wohl ungefähr zehn Jahre alt, da hatte die Mutter beschlossen, die Familie aufzulösen. Und dazu gehörte ihrer Ansicht nach, dass alle Spielsachen verkauft werden sollten. So wurden an alle dicken Bäume im Viertel Zettel mit entsprechendem Text per Reissnagel angeheftet (eBay gab es eben noch nicht). Was sich als voller Erfolg erwies, denn alle Objekte waren wie neu. Über Tage sah ich, wie fremde Kinder in meinen Sachen wühlten. Und hochzufriedene Eltern mein vom Vater gebautes Puppenhaus, den Kaufladen, die kleinen Küchenschränke, meine Stühle und Tischchen, Stofftiere, Lego, Autos und Spielekästen davontrugen.
    Der Bär saß dabei auf meinem Schoß und ich hielt ihn fest an mich gepresst, in der Angst, man könne ihn mir wegnehmen. Aber diese Gefahr bestand nicht, da er mittlerweile in einem bedauerswerten Zustand war. Die Glasaugen baumelten, das Fell am Kopf war von Sonne und Bürsten schütter, die Schnauze wie geteert, der Filz auf den Hand- und Fussflächen so dünn, dass die Holzwolle heraus rieselte. Trotzdem versteckte ich ihn sicherheitshalber für lange Zeit im Wald, in einem hohlen Baum, den nur ich kannte. Was mir blieb: Freunde sind etwas sehr Kostbares. Sie können einem leicht verloren gehen. Die einen bleiben immer schön, wenn man sie mit Samthandschuhen und nur am Sonntag anfasst. Aber eigentlich, kann man wenig mit ihnen anfangen. Die anderen müssen Schäden haben, je mehr, desto besser. Denn dann will sie niemand anderer haben und nur man selbst sieht ihre wahre Schönheit...

    Die Jahre vergingen und ich wurde erwachsen. Aus mir heute unerfindlichen Gründen wurde ich Fachkrankenschwester für Psychiatrie, als mir deutlich wurde, dass an das heißersehnte Archäologiestudium nicht zu denken war. Meinen Bären nahm ich mit in die Ehe, als ich daheim auszog. Aber ich versteckte ihn weiterhin. Auch, als meine Kinder zur Welt kamen. Sie durften mit allem spielen, das es im Haushalt gab. Und ich schenkte ihnen alles das, was ich selbst mir sehnlichst gewünscht, aber nie bekommen hatte. So zogen diverse Steifftiere bei uns ein, waren aber nie sonderlich gefragt. Playmobil war in dieser Zeit bevorzugter Zeitvertreib. Der alte Bär spielte keine Rolle.
    Auch die Kinder wurden erwachsen und verließen das Haus. Ihre Spielsachen liessen sie da, denn nun zählten ganz andere Interessen. Eher murrend wurden wenigstens die Tiere irgendwann in Empfang genommen. Und fristen heute ihr Dasein im Keller.

    Einige Jahre vergingen, bis ich an einem freien Wochenende eine Hobbybörse in meiner Stadt besuchte und eine Frau hinter ihrem Stand sitzen sah, die offensichtlich an einem Fell herumnähte. In Schachteln auf dem Tisch lagen Glasaugen in vielerlei Größen, dicke, gelochte Pappscheiben und Splinte, gedrehtes, glänzendes Garn und vor allem Mohair in allen Farbtönen, die man sich nur denken kann. Vorsichtig und unauffällig strich ich über so ein Fell. Und spürte sofort wieder das warme Gefühl von damals. Auch Filz gab es und ich erfuhr, dass man die geschundenen Stellen ausbessern konnte und alte Bären retten. Auch könne man ihnen neue Nasen aufsticken und sie mit passenden Augen wieder sehen lassen. Ich flog regelrecht mit meiner Tüte nach Hause. Und ahnte nicht, welche glühende Leidenschaft sich daraus entwickeln würde.

    So, oder so ähnlich, fängt das Sammeln oft an...
    Warum es eines Tages 500 Bären und Tiere waren - das erzähle ich im nächsten Eintrag...

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